Fähnchen überall

 

Ja, die Fähnchen. Gegen Langweile in öffentlichen Verkehrsmitteln auf der Fahrt von A nach B – und davon hatte ich am Wochenende einige (Fahrten meine ich – aber Langeweile auch) erfand ich ein neues Spiel: Fähnchen schätzen. Und dann: Fähnchen zählen. Von Berlin Hauptbahnhof bis Flughafen Tegel hatte ich auf 23 Deutschlandfähnchen getippt (Regeln: Es zählen nur Autofähnchen und jede Fahne nur einmal). Tatsächlich waren es aber 35. Ansonsten: etwa dieselbe Fähnchendichte wie (zumindest bis gestern noch) in Wien würde ich sagen.

 

Gestern in einer müßigen Stunde nach getaner Arbeit an der ÖNB saß ich dann in einem Wiener Kaffeehaus und ließ die Fangrüppchen an mir vorbeiziehen.  Mein Favorit unter den deutschen Fans: ein Transparent mit der Aufschrift

 

Wer war denn eigentlich dieser Córdoba?!

 

 … ich Esel hatte meine Kamera nicht dabei. Mein Favorit unter den österreichischen Fans: der Song ‚Hallo Deutschland’, gesungen nach der Bruder-Jakob-Melodie:

 

Hallo Deutschland, hallo Deutschland

Weißt du noch? Weißt du noch?

Kannst du dich erinnern? Kannst du dich erinnern?

Córdoba, Córdoba

 

Und heute: Alles aus. Der Kioskbesitzer nimmt’s ergeben, mein Nachbar ist nach seinen gestrigen hämischen Kommentaren über meine kurzerhand auf dem Balkon und eigens zu seiner Provokation gehißte Deutschlandfahne („kann man die auch auf Halbmast setzen?…“) spurlos verschwunden, die Arbeitskollegen hab ich noch nicht wieder gesehen und einer meiner österreichischen Seminarteilnehmer fragte grad beim Mittagsessen in die Runde, wie das Spiel denn eigentlich ausgegangen sei…

Unfaßbar.

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