Nachdem mein del.icio.us-Account seit Wochen recht unmotiviert mit einer Handvoll Bookmarks befüllt vor sich hin dümpelte, nahm ich mir eben ein Herz und die Lektion 08 zum Anlaß, meine Bookmark-Datei endlich nach del.icio.us zu importieren – und zwar in dem unbereinigten Zustand, in dem sie momentan ist.
Aber wie viel einfacher + übersichtlicher ist es doch, eine in Ordner organisierte Bookmarksammlung auf den neuesten Stand zu bringen – zumal sie die gleichzeitige Manipulation MEHRERER Bookmarks erlaubt – als sich korrigierend durch die einzelnen importierten Bookmarks durchzuwühlen. Falls ich mit dieser Einschätzung falsch liege, möge man mich bitte eines besseren belehren. Bis auf weiteres lerne ich also: Es wäre sinnvoll gewesen, die Bookmark-Datei VOR dem Import zu bereinigen. Für das Anlegen neuer Bookmarks scheint mir del.icio.us allemal geeigneter zu sein als für die Verwaltung bereits vorhandener.
Unerhört und unfaßbar ist für mich nach wie vor, daß del.icio.us nicht die Zuweisung von Wortgruppen als Tags unterstützt, womit die Inkonsistenz vorprogrammiert ist und auch dem Monitoring enge Grenzen gesetzt sind. Wenn ich das z.B. mit Knowledge Organization praktizieren wollte, müßte ich dafür dann x Varianten ansetzen: KnowledgeOrganization, Knowledge_Organization, Knowledge-Organization, das gleiche Spiel noch mal mit Organisation… usw.)
Gedanklich bereitet mir auch die Bundle-Funktion noch gewisse Schwierigkeiten: ‚Bundeln’ will ich doch schließlich keine Tags, sondern die Bookmarks selbst !? Womit ich wieder bei meinen guten alten Ordnern bin.
Und wenn ich mir die vielen, vielen Tags in den Bookmarksammlungen anderer anschaue, die weniger als 5x vergeben sind… einen ‚guten’ Tag (den es nach del.icio.us-Philosophie freilich ebensowenig gibt wie einen schlechten) sollte eine mittlere Vergabehäufigkeit auszeichnen – so habe ich das zumindest gelernt.
Und mal ehrlich: Wen interessiert denn schon, daß mein Bookmark oder auch mein Tag von soundsoviel anderen del.icio.us-Nutzern geteilt wird? Da müssen beide schon SEHR spezifisch sein, damit da eine interessante Information für mich draus werden kann. Dann allerdings sehe ich den Sinn durchaus.
Und noch ehrlicher: Wer braucht heutzutage denn eigentlich noch Bookmarks? Ich stelle immer wieder fest, daß ich in meinem (Arbeits-)Alltag meist mit der Lesezeichen-Symbolleiste in Firefox auskomme (eine wunderbare Erfindung!). Fast alle anderen URL finde ich via Google schneller als über meine Bookmarksammlung.
Schaun wir mal, ob sich das jetzt ändert, wo ich sie nach del.icio.us transferiert habe.
25. Juni 2008 um 6:53
[...] Kurses zu der Lektion 8 von lernen 2.0 verlinken. Das sind einmal Büchereierlei und dann noch Mopumasi. ( Toll, 2 Trackbacks!) Mal einfach schöne [...]
30. Juni 2008 um 9:38
Es gibt sicherlich verschiedene Anwendungszwecke für Bookmarkdienste. Ich nutze sie z.B. zum fachlichen Austausch mit Kollegen aus meiner und aus anderen Bibliotheken. Wenn ich feststelle, dass jemand sich für ähnliche Themen interessiert, abonniere ich seine oder ihre Bookmarks als RSS-Feed. Andere wiederum abonnieren meinen Feed und stoßen dabei sicherlich auf die eine oder andere interessante Information.
Dazu kommt noch, dass man sich bei den meisten Diensten in Gruppen organisieren kann. Dadurch kann man gleich mitverfolgen, was eine ganze Gruppe von Menschen derzeit beschäftigt und erhält dadurch auch eine Menge Anregungen.
Meine persönliche Linkorganisation verläuft daher auch zweigleisig. Die Dinge, die ich ständig brauche, sind nochmal fest via Browser gespeichert, weil der Zugriff auch etwas schneller geht. Aber alle anderen Links kommen zu Bibsonomy (ein Bookmarking-Dienst, der mit Delicious fast identisch ist).
30. Juni 2008 um 12:18
mit anderen Worten: Social VBookmarking-Dienste sind dann sinnvoll, wenn man auch social sein will oder muß mit seinen Bookmarks oder einem Teil seiner Bookmarks. Für alles Andere scheint mir eine lokale Abage allemal praktischer.
19. Juli 2008 um 10:41
Ja, stimme ich Mopumasi zu – der Mehrwert liegt wohl im Teilen der Bookmarks. Zuweilen denke ich auch, statt, dass Informationen gebündelt und damit reduziert werden, vermehren sie sich mit Hilfe dieser Dienste ins Unendliche.